FCB mit tausenden Neuverpflichtungen

Der 1. FC Bocholt (FCB) hat in den vergangenen Monaten oft betont, seiner sozialen Verantwortung gerecht zu werden. Nun will der FCB auf ein ökologisches Problem hinweisen: Das Bienensterben. Vorbild für diese Aktion war der Traditionsverein FC St. Pauli. Auf dem Vereinsgelände am Hünting hat Monika Ludwig vom Bocholter Imkerverein nun zwei Bienenvölker mit jeweils ca. 20.000 Bienen aufgestellt.

Und das hat einen sehr ernsten Hintergrund: Bienen sind wichtige Ökosystemdienstleister. Ein großer Teil der Nahrungsmittel, die wir täglich zu uns nehmen, sind maßgeblich von Insektenbestäubung abhängig. Der Verein möchte nun auf das Sterben aufmerksam machen und hat als ersten Schritt gemeinsam mit Monika Ludwig, 1. Vorsitzende des Bocholter Imkervereins, zwei Jungvölker aufgestellt. Im kommenden Sommer, so die Hoffnung, wird die Population weiter steigen auf insgesamt über 100.000 Bienen und es kann der erste Honig geerntet werden – unser eigener schwatter Honig! Zusätzlich soll dann noch einmal die Aufmerksamkeit erhöht werden und unseren Nachwuchsspielern soll die Problematik sowie die Honigernte erklärt und gezeigt werden.

Bis dahin werden noch einige Monate vergehen. Monika Ludwig hat uns erzählt, was in der Zwischenzeit passiert: „In den kommenden Wochen werden die Bienen aufgefüttert, danach werden sie noch einmal behandelt zur Vorsorge gegen die Varroamilbe und anschließend in die Winterruhe geschickt. Im Februar oder März, je nach Wetterlage, erfolgt dann die erste Bestandsaufnahme wo geprüft wird, wie die Bienen durch den Winter gekommen sind. Im Frühjahr ist es dann ebenfalls vom Wetter abhängig, wann die Bienen den ersten Honig produzieren und die Blüten bestäuben.“

Wenn man nicht weiß, dass hier Bienenvölker sind, dann würde man sie nicht bemerken

Ludger Triphaus, Präsident des 1. FC Bocholt sagt: „Wir können damit nicht das Bienensterben besiegen, aber wir können ein Zeichen setzen und unsere Mitglieder und Fans darauf aufmerksam machen.“ Vorbild für diese Aktion war der Zweitligist FC St. Pauli. Der Kultclub aus Hamburg hat schon in diesem Jahr den ersten Honig geerntet.

TEXT & BILD: Stefan Schniedertöns
stefan.schniedertoens@1fcbocholt.de

2 Bienenvölker im "Kleingartenverein an der Alten Aa" !

 

Neben den beiden Bienenvölkern stehen bzw. hocken Monika Ludwig, Vorsitzende des Imkervereins Bocholt u. Umgebung und Alexander Koch, Vorstandsmitglied des KGVA.

In einer Zeit, in der die Bienen durch diverse Umwelteinflüsse extrem stark gefährdet sind, hat der Vorstand des "Kleingartenvereins an der Alten Aa" ein vorbildliches Zeichen gesetzt, in dem er die Vorsitzende des Imkervereins eingeladen hat, zwei Bienenvölker im Kleingartenverein unter zu bringen. Durch das veränderte Klima und den Einsatz von Pflanzengiften in der Landwirtschaft wird es für die Bienen immer schwieriger, ausreichend Pollen und Nektar als Wintervorrat (Honig) zu finden. Im "Kleingartenverein an der Alten Aa" haben die Bienen jedoch gute Überlebenschancen. Die Satzung des Vereins sieht nämlich vor, dass jedes Vereinsmitglied Zier- und Nutzpflanzen anbaut. Die Bienen haben dadurch beste Aussichten, sich beim Kleingartenverein durch ihre fleissige Bestäubungsarbeit für die Unterbringung zu bedanken. Nur dank der Bestäubung/Befruchtung der Obstbäume und Pflanzen durch Bienen (u. andere Insekten wie Hummeln, Wespen, Schmetterlinge) wird es viele Früchte und Pflanzennachwuchs geben.

Bienenschwarm mitten auf der Strasse

 

Nach Anruf der Feuerwehr und der Polizei traf die Imkerin vor Ort ein. Die Polizei hatte den "Tatort" dankenswerter weise bereits gesichert, damit der Schwarm nicht durch Überfahren getötet würde. Nach Einschätzung der Imkerin waren der Bienenkönigin eventuell die Flügel beschnitten worden, so dass sie nicht hoch fliegen konnte und so der ungewöhnliche Ort für einen Schwarmaufenthalt zu stande gekommen war. Üblicherweise suchen Bienenschwärme Bäume aus für einen (vorübergehenden) Aufenthalt. Ohne menschliche Hilfe, d.h. wenn man den Schwarm nicht einfängt, sterben die Bienen durch Verhungern.

Hier konnten die Bienen dank des vorausschauenden Einsatzes der Polizei gerettet werden. Auch die vorübergehende Unterbringung in einer Tonne (es musste schnell gehen) haben die Bienen bestens überstanden.

Da immer mehr Bienen weltweit sterben, ist jeder gerettete Schwarm ein wichtiger Beitrag zur Erhaltung jeglicher Artenvielfalt. Ohne die Bestäubung der Bienen hätten wir ein Drittel weniger der angebotenen Nahrungsmittel. In der Landwirtschaft steigt der Bedarf an Bienenbestäubung in Europa fast fünf Mal so schnell an wie die Bienenhaltung. Das ist besorgniserregend, muss aber auch als ökonomischer Anreiz für mehr Bienenhaltung verstanden werden.

So etwa kann es mit dem Nachwuchs etwas werden....

 

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